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Pfeilgeflüster - Die Frustrationstoleranz

Pfeilgeflüster - Die Frustrationstoleranz - Bogensportinfo
Bettina Platzer

Kaum ein Thema halte ich beim Bogensport für so verbreitet, wie auch missverstanden. Es geht um den Frust und die Wut, die sich beim ausbleiben unserer gesetzten Ziele aufstauen können. Vermengt man das dann noch mit einer Portion Selbstzweifel und Angst, ist der Mix für eine Phase der Stagnation gleich komplett. Doch was wäre denn die Alternative?

Wut und ähnliche Emotionen geben uns ein Gefühl der Enge, man kommt nicht weiter. Bemüht um einen Ausweg suchen wir verzweifelt nach einem Objekt, einer Person oder einem Umstand, an dem wir diese Emotionen entladen, dem wir die Schuld an der Situation geben könnten. Unter Umständen auch uns selbst. Es ist ein Impuls, an dem wir die Kontrolle verlieren und so fühlen wir uns gesteuert und unserer eigenen Entscheidungen ohnmächtig. Da wundert es nicht, dass wir uns in so einer Situation nach Kontrolle sehnen. Ist es uns doch denkbar unangenehm, sich vor unseren Schützenkollegen von so einer Seite zu zeigen. Doch können natürlich angelegte Emotionen wirklich das Problem sein oder ist es doch vielmehr ein Symptom? Denn wenn wir eine unangenehme Enge verspüren, so wäre der Ausgleich dessen doch mehr Weitsicht, um dem wieder mehr Raum zu geben. Und wenn wir versuchen mit aller Kraft an unserem Standpunkt festzuhalten, so wäre es das Loslassen, dass uns wieder mehr in unsere Mitte bringt. Ich denke wir wissen in unserer Tiefe zwar ganz genau, dass die Kontrolle unsere Emotionen niemals die Antwort unserer Probleme sein kann, dennoch versuchen wir gesellschaftlich leider immer noch sehr oft genau das zu tun. Viel sinnvoller wäre es doch sie als unseren Kompass zu nutzen, um Gleichgewicht in uns zu finden. Kann es nicht doch sein, dass ein unkontrollierter Wutausbruch, dass Resultat ständiger Kontrolle, bzw. Zurückhalten oder irgendein Festhalten in unserer Innenwelt ist? Eine natürliche Entlastung damit es uns nicht krank macht? Selbstverständlich können wir nicht einfach allem freien Lauf lassen, doch wenn eine Kontrolle darüber wohl auch nicht die Antwort ist, könnte es dann nicht das Verständnis über uns selbst sein, dass uns den Weg zu wahrer Ausgeglichenheit weißt? Auch wenn ein Wort wie „Frustrationstoleranz“ mit Sicherheit seinen Platz in der Persönlichkeitsentwicklung hat, finde ich dennoch, dass es an der Zeit ist, es durch ein anderes und dienlicheres zu ersetzen, so etwas wie „Reaktionsflexibel“. Da das Erstere sich doch darauf zu konzentrieren scheint, wieviel ein Mensch trainiert ist etwas emotional auszuhalten und weniger darauf neue Wege zu erkunden. Für uns Schützen ist die Art und Weise, wie wir unseren Sport ausüben eben auch unser Spiegel. Und wer emotional stagniert, stagniert eben auch mit Pfeil und Bogen.

Last uns in diesem Sinne neue Wege gehen. Wege in denen wir miteinander lernen unseren Schatten mit Mut entgegen zu treten. Wege in denen wir einander bestärken unsere Emotionen zu deuten um dann für Ausgleich sorgen zu können. Und Wege in denn wir uns so in unsere Mitte bringen, dass eben auch unser Pfeil nur noch die Mitte kennt.

Bettina Platzer ist eine große Naturliebhaberin. Sie interessiert sich aber auch sehr für die keinen Zusammenhänge im Leben. Sie liebt es Dinge aus neuen Blickwinkeln sehen zu können, um ihnen ihren Sinn zu verleihen.

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